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Messerückblick 2008
In den Wochen vor der Eröffnung versprachen die Veranstalter der Tire Technology Expo 2008 die beste Messe in ihrer achtjährigen Geschichte. Und tatsächlich hat die Messe alle Erwartungen erfüllt. Auf der Koelnmesse in Köln, Deutschland, stellten mehr Unternehmen aus, wurden mehr fortschrittliche Technologien gezeigt und die Konferenz bot mehr wertvolle Einblicke als jemals zuvor.
Die Besucher fanden sich früh auf der Konferenz ein, um die Eröffnungsrede von Maurizio Boiocchi, dem leitenden Vizepräsidenten und Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Pirelli, nicht zu verpassen, der einen starken technischen Standpunkt zu zukünftigen Produkten vertrat. Victor Underberg, Leiter der Stabilitätskontrollsysteme bei Audi, schloss mit einem weiteren spannenden Vortrag an und schilderte die zukünftige dynamische Rolle von Reifen aus der Perspektive der Erstausrüster. Danach erläutert Dr. Burkhard Wies, Vizepräsident der weltweiten Reifenentwicklung bei Continental, seine Meinungen aus der Sicht eines Anbieters von Reifen und dynamischen Systemen. Während des weiteren Programms am ersten Tag ging es richtig zur Sache bei technischen Diskussionen, mit Vorträgen von Rednern vom Kaliber eines Akihiko Nakamura von Sumitomo Rubber Industries, D.J. Myatt von Michelin und Kevin Stock von Schrader Electronics. In den folgenden Tagen wurde ein wahrer Wissensschatz der Chemie enthüllt, von Unternehmen wie Columbian Chemicals, Evonik Degussa, Tejin Aramid und EU Rhodia, unterstützt von fundierter wissenschaftlicher Forschung mit Vorträgen der University of Cambridge, VTI, ETRMA, dem Iran Rubber Engineering and Research Institute und der Loughborough University.
In Rekordzahlen strömten die Besucher zur Messe und die über 150 Aussteller konnten Spitzenleute der Branche an ihren Ständen begrüßen.
Einer der glücklichen Aussteller war Thilo Merkt, Branchensegments-Leiter für Materialbearbeitung bei Habasit. Er erklärte: „Wir stellen hier unser Schräglauf-Rollen-Transportband vor, das gerade die Tests in unserem neuen F&E-Zentrum in Basel durchlaufen hat. Es ist noch in der frühen Phase des Markteintritts, aber wir sind überzeugt, dass wir auf der Expo die richtigen Kunden treffen. Wir haben jetzt schon positive Rückmeldungen gehabt und das nach nur ein paar Stunden des ersten Tages.“
Auf der anderen Seite der Halle präsentierte Tire Curing Bladders, LLC sein neu entwickeltes Vorbeschichtungs-Schmiermittel. Das Unternehmen beschichtet die Membrane mit aufgebackenem Reifenschmiermittel, wodurch sich die Lebensdauer der Membran verlängern soll. Auch die Zahl der Ausschussreifen während der Produktion soll sich auf diese Weise reduzieren.
Beckhoff stellte eine neue,schnelle Steuerungslösung vor. XFC (eXtreme Fast Control Technology) basiert auf einer optimierten Steuerungs- und Kommunikations-Architektur, die einen fortschrittlichen Industrie-PC, ultraschnelle I/O-Terminals mit erweiterten Echtzeit-Eigenschaften, ein EtherCAT Hochgeschwindigkeits-Ethernetsystem sowie TwinCAT-Automatisierungssoftware enthält. Mit XFC können I/O-Antwortzeiten von unter 100µs erreicht werden. Dadurch eröffnen sich den Benutzern neue Möglichkeiten der Prozessoptimierung, die bisher aufgrund technischer Grenzen jenseits der Machbarkeit lagen.
KraussMaffei Berstorff präsentierte ein neues Sortimentskonzept zur stetigen Produktion von Gummiverbindungen. Hauptbestandteil dieses Sortiments ist ein gleichläufiger ZE-Zweischrauben-Ausformextruder. Die Kombination eines kurzen gummiverarbeitenden Ausformextruders mit einer nachgeschalteten Antriebspumpe sorgt für eine exakte Abmessung des Gummis oder der im Rezept ausgewählten Menge der Gummiverbindung für den nachfolgend geschalteten Verbindungs-Extruder. So ist die volumetrische Beschickung für den Verbindungsprozess gewährleistet und anstelle von teuren Pellets können grob geschnittene Streifen aus Kautschukballen direkt verarbeitet werden.
Eines der Konferenzthemen war die Erhöhung der Umweltfreundlichkeit der Reifen, was sich in der Messehalle widerspiegelte. Ein gutes Beispiel dafür bot der Stand von Rhodia Silcea. Neuester Durchbruch des Unternehmens, der bei der Veranstaltung präsentiert wurde, war Zeosil Premium – ein Silizium mit großer Oberfläche, das für energiesparende Reifen entwickelt wurde. Es besitzt eine neue Morphologie – eine Kombination aus Siliziumaggregat und Elementpartikel, die den Rollwiderstand bis zu 25% reduzieren soll, während die Straßenhaftung und die Verschleißresistenz verbessert werden. Peter Browning, weltweiter Geschäftsleiter bei Rhodia Silcea, dazu: „Diese Messe war eine hervorragende Veranstaltung - nicht nur, um in Kontakt mit Reifenherstellern zu kommen, sondern auch mit Herstellern von Ausrüstung, die sich brennend für Technologien interessieren, die in drei bis vier Jahren auf den Markt kommen könnten. Diese Treffen machen diese Veranstaltung so einzigartig.“
Die Einführung innovativer Technologien zog sich durch die ganze Messehalle. So präsentierten Erhardt+Leimer ihre OL 81 CCD Line–Kamera und die DO 81 Reglerkarte für Breitenmessung und Bahnführung. Das OL 81–Kamerasystem setzt sehr hohe Standards der Betriebsgenauigkeit, der benutzerfreundlichen Inbetriebnahme und des schnellen Kameraaustausches. Die DO 81–Reglerkarte bietet die Möglichkeit der Installation von kundenspezifischer Anwendungssoftware.
Laser-Med präsentierte seine gerade fertiggestellte Servo Laserbox AM 1200. Um mit den Entwicklungen der wachsenden gewerblichen Automatisierung Schritt zu halten, entwickelte das Unternehmen, in Zusammenarbeit mit der Reifenindustrie, ein motorgesteuertes lineares Element. Der Vorteil dieses Systems ist eine offene Steuerung, die die Fahrbefehle von allen etablierten SPS-Steuerungsgeräten empfangen kann. Dadurch kann die Laserbox ganz einfach ohne großen Programmieraufwand in die laufende Produktion integriert werden.
NDC stellte ein umfassendes Mess- und Regelsystem für Draht-Kalanderanlagen vor. Das System wurde zur Qualitätsverbesserung und Kosteneinsparung in Reifenfabriken entworfen. Dazu verwendet es die aktuellste Sensor-, Scanner-, Kontroll- und Plattformtechnologie mit anwendungs-orientierten Displays, um ein umfassendes und leicht zu bedienendes Mess- und Regelsystem zu bieten. Das System umfasst Hochpräzisions-Betatransmission, Röntgen-Rückstreuung und Röntgenübertragungssensoren. Diese sind auf einem zuverlässigen schnell scannenden AccuTrak 'O'-Rahmen hinter dem Kalander montiert. Das System misst das gesamte Gummigewicht, den Drahtausgleich, Zahl der Stahlkordfäden und deren Position sowie die volle Lagenbreite.
VRM GmbH & Co KG präsentierte neu entwickelte, vollautomatische Röntgengeräte für OTR- und EM-Reifen; ein 'kleines‘ Gerät für 3.500mm maximalen Reifendurchmesser und 1.200mm Breite sowie die weltgrößte Maschine ihrer Art, die Reifen bis zu 4.200mm Durchmesser und 1.650mm Breite bewältigt. Die Maschine wiegt ca. fünf Tonnen. Größter Vorteil dieser Maschinen, abgesehen von ihren technischen Parametern und ihrer Qualität, ist der Einsatz von U- förmigen Detektoren, um –mit Hilfe der CMOS-Technologie – ausgestrahlte Röntgenstrahlen einzufangen. Dies wurde speziell für diese Anwendung in Zusammenarbeit mit der NTB GmbH entwickelt.
Den Besuchern des Standes von RMS wurden die Früchte der aktuellen Forschungsarbeiten des Unternehmens präsentiert: der Mini-Einzelwalzenextruder, eine Revolution bei der Extrusion und der direkten Anwendung von Streifen oder Profilen bei Innenseelen, Schichten oder Breakers und bei der Streifen-Aufwicklung. Dies wird erreicht durch bessere Kontrolle, höhere Präzision, schnellere Extrusionsgeschwindigkeiten und niedrigere Extrusionstemperaturen. Die Stift-Zylinder-Kaltfütterextruder des Unternehmens liefern höhere Erträge bei niedrigeren Temperaturen und sind erhältlich mit Einzel- oder Mehrfach-hydraulischen Köpfen zur Co-Extrusion, einschließlich Vierfach-Konfigurationen.
Münch Chemie International stellte das erste semipermanente Innen-Schmiermittel für EM (Earthmover-) Reifen vor. Die mikrofeine Oberflächenbehandlung soll die notwendige Schmierung und die richtigen Freigabeeigenschaften zur Verarbeitung in EM-Reifen bieten. Mit IP-7061 können die Reifenbäcker bis zu 15 Reifen formen, ohne die Membranoberfläche erneuern zu müssen. Die Probleme in der Anwendungslogistik lassen sich leicht bewältigen, da die Vulkanisationszeiten die tägliche Produktion auf einen gleichen Wert begrenzen. Eine einzige Erneuerung pro Tag reicht normalerweise aus, um eine gute Schmierung zwischen Membran und Reifenrohling zu gewährleisten, so die Ingenieure des Unternehmens.
Ein weiteres Highlight der Veranstaltung war das Galadiner, das von über 650 Spitzenkräften der Reifenbranche besucht wurde. Beim Diner wurden die ersten Tire Technology International Awards for Innovation and Excellence präsentiert – klicken Sie hier für eine vollständige Liste der Gewinner. |