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Tire Technology International Awards for Innovation and Excellence 2010
DIE GEWINNER WURDEN BEKANNT GEGEBEN!
Die Jury hat entschieden, die Stimmen wurden gezählt und ein neuer Eintrag geht in die Annalen der Messe ein. Die zweite Preisverleihung der Tire Technology International Awards for Innovation and Excellence – die weltweit größte Feier, um die erzielten Leistungen in der Reifenbranche zu ehren. Die Veranstaltung fand in Köln, Deutschland, statt. Die Preise wurden in fünf Kategorien verliehen und die Gewinner wurden von einer international renommierten Jury ausgewählt, die aus 17 Branchenexperten bestand. Die vollständige Liste der Gewinner finden Sie unten – klicken Sie auf den jeweiligen Link für nähere Informationen!
Die Gewinner
Beste Innovation in der Reifenentwicklung und Herstellung des Jahres – Kumho
Beste Innovation in der Reifenentwicklung und Herstellung des Jahres
Gewinner: Kumho
Im September 2009 präsentierte Kumho seinen ersten lasergeschnittenen Reifen auf der IAA 2009 in Frankfurt. Die Enthüllung dieses neuen Konzepts war die erste öffentliche Vorstellung eines neuen Systems zum Reifenprofilschnittmit dem Laser. Eine neue Art von System, das jetzt ausgezeichnet wurde!
Reifen wurden schon früher mit einem CNC-Laser geschnitten, allerdings lässt die Feinheit herkömmlicher CO2-Laserschneidemaschinen zu wünschen übrig und eine weniger gezackte Oberfläche wäre eine deutliche Verbesserung. Das Kumho-System benutzt einen YAG-Laser und hinterlässt eine nahezu perfekte Oberfläche, fast wie bei einem anvulkanisierten Reifen. In Verbindung mit der Entwicklung der Technologie zur Bearbeitung des fertigen Reifens entwickelt Kumho auch die Technologie in Bezug auf dieReifenformen. Kumho nutzt die Technologie zur Forschung in einer Anzahl verschiedener Bereiche: Konzept-Reifendesign für Erstausrüster, Hersteller von Kleinmengen, für Rennreifen-Leistungsausrüstung, verbesserte Schnee- und Eisleistung, Formenherstellung, Kostensenkung und höhere Qualität. Ein Hauptbereich der Technologieentwicklung von Kumho ist der Musterentwurf. Durch die Diversifizierung des Reifenmarkts und die Einführung komplexer neuer Systeme am Verkaufspunkt (Reifen-Kennzeichnung), ist Kumho der Überzeugung, dass die Technologie des Produkts heute mehr denn je über das Design an den Kunden gebracht wird.
Dank der Laserätzung ist Kumho in der Lage, solche Systeme als zweischichtige Profilmuster sowie Seitenwand-Designs mit drastisch verbesserter Aerodynamik zu entwickeln. Diese Systeme spielen eine grundlegende Rolle bei der Verbesserung der Umweltschutzeigenschaften des Reifens, ohne bei traditionellen Leistungsbereichen wie Straßenhaftung bei Nässe und Verschleiß Abstriche zu machen. Kumho ist überzeugt, dass die Lasertechnologie dabei helfen wird, die Reifenleistung zu verbessern und dem Endnutzer die Komplexität, Ökologie und die Kreativität des Reifendesigns zu vermitteln.
Beste Leistung im Umweltschutz des Jahres – Goodyear
Die weltweit ersten Reifen zur Konzeptdemonstration, die mit der BioIsoprene-Technologie hergestellt wurden, stellen einen Durchbruch und eine wahre Alternative zu einer petrochemisch hergestellten Komponente bei der Herstellung von synthetischem Gummi mit erneuerbarer Biomasse dar. Ihr Debüt gaben diese Reifen auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Kopenhagen (COP 15).
Die aus BioIsoprene hergestellten Reifen sind das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Goodyear und Genencor, einer Abteilung von Danisco, und zeigen Goodyears Fortschritte beim Einsatz einer Alternative auf biologischer Basis zu Isopren, einem Rohmaterial auf Petroleumbasis, das im Moment für die Produktion verwendet wird. Die Entwicklung von BioIsoprene könnte Goodyear weniger abhängig von Produkten auf Ölbasis machen. Das Ziel ist es, die Branche durch den Einsatz von erneuerbaren Rohmaterialien in der Lieferkette umweltfreundlicher zu machen.
Sumitomo Rubber Industries (SRI) hat mithilfe seiner neuen Thermal Control Technology Run-Flat-Reifen der vierten Generation entwickelt, die laut Hersteller hervorragenden Fahrkomfort bieten, der dem herkömmlicher Reifen entspricht oder diesen sogar übertrifft und trotzdem perfekte Notlaufeigenschaften bietet. Run-Flat-Reifen werden immer beliebter und die Jury war der Meinung, dass durch eine solche Technologie auch die Bedenken wegen der Fahrqualität der Vergangenheit angehören.
SRI untersucht Möglichkeiten, die Wärmeerzeugung mithilfe seiner eigenen "thermalen Kontrolltechnik" zu reduzieren und präsentierte den Fun-Flat-Reifen der vierten Generation. Bei einem Platten wird ein Reifen stark deformiert und die verstärkte Schicht der Seitenwand erzeugt bei jeder Radumdrehung Wärme. Das Unternehmen entschied sich für vier firmeneigene Technologien, CTT Profile, Aramid Casing, High Thermal Conductivity Materials und Dimple Sidewall für den Reifen und erhöhte die Fahrstrecke für Autos mit einem platten Reifen um den Faktor 2,3 zum Run-Flat-Reifen der dritten Generation. Mit diesen Technologien war SRI in der Lage, die Dicke der Seitenwand-Verstärkung um 30% zu reduzieren und damit das Gesamtgewicht des Reifen um 3% und die vertikale Festigkeit um 6% zu reduzieren. Dadurch soll der Fahrkomfort den herkömmlicher Reifen erreichen oder sogar übertreffen.
Es waren arbeitsreiche 12 Monate für Michelin, die die Jury mit mehreren interessanten Entwicklungen überzeugten. 2009 erweiterte das Unternehmen sein globales Forschungs- und Entwicklungszentrum in Clermont-Ferrand und spezialisierte einige seiner gewerblichen Anwendungen in Frankreich. Das Projekt spiegelt das Engagement der Gruppe wider, Frankreichs Rolle als Michelins strategischen Knotenpunkt und Innovationszentrum zu stärken und die Produktivität seiner Herstellungsprozesse zu vergrößern. Teil dieses Engagements ist die Investition der Gruppe im Wert von über €100 Millionen in sein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Clermont-Ferrand. Dieses Erweiterungsprogramm wurde konzipiert, um die Markteinführungszeit für Reifen und Serviceleistungen zu verkürzen und die Entwicklung von innovativeren Herstellungsverfahren zu ermöglichen. Um seine Spezialisierung seiner Produktionsstätten voranzutreiben, setzt Michelin darüber hinaus ihre Pläne um, das Werk in Montceau in eine Hochleistungsanlage für Baggerreifen und eines der beiden größten Zentren für Gummiverbundstoffe in Europa zu entwickeln. Dabei steht ein Budget von €50 Millionen zur Verfügung. Die aktuelle Autoreifenherstellung der Anlage wird mit denen anderer Anlagen der Gruppe in Westeuropa zusammengelegt. Das Unternehmen möchte das Werk in Tours zu einer zentralen Anlaufstelle für Hightech-LKW-Reifen in Europa machen und setzt zusätzliche €15 Millionen ein, um die Erweiterung des Werkes fortzuführen. Um die Anlage noch wettbewerbsfähiger zu machen, werden die Betriebsvorgänge neu organisiert und spezialisiert. In diesem Rahmen wird die Gummiverbundstoff-Anlage in die Werke Montceau und Cholet verlagert. Darüber hinaus produziert Michelin auch weiterhin Premiumreifen in Frankreich, indem die Produktion von der Anlage in Seclin zur Anlage in Les Gravanches nahe Clermont-Ferrand verlagert wird. Daneben wird die Herstellung von leichten LKW-Reifen und SUV-Reifen in der Anlage in Cholet verstärkt, indem die Produktion leichter LKW-Reifen von einer der euopäischen Anlagen der Gruppe übernommen wird.
Das Beste dabei: Michelin führt diese Umstrukturierung ganz ohne Entlassungen durch und bietet stattdessen all seinen Mitarbeitern ein Abfindungsangebot auf freiwilliger Basis an, das hauptsächlich Programme zum Vorruhestand umfasst. Dank dieses Angebotes können fast 495 der 1.093 Beschäftigten, die von der Umstrukturierung betroffen sind, von Möglichkeiten zum vorzeitigen Ruhestand profitieren und die übrigen 598 von einem internen Arbeitsplatzwechsel.
Bester Zulieferer der Reifenindustrie des Jahres – Lanxess
Das deutsche Spezial-Chemie-Unternehmen Lanxess AG beeindruckte die Jury mit einigen tollen Entwicklungen der vergangenen 12 Monate. Das Unternehmen hat das €10 Millionen teure F&E-Zentrum für Hochleistungsgummi (RRCQ) in Qingdao, China, erweitert, um so die Basis für weiteres rentables Wachstum in Asien zu schaffen. Zur Förderung strategischer Entwicklungen, besonders in den BRIC-Staaten, erhöhte Lanxess die F&E-Investitionen seiner Gruppe 2009 um 10%, um ihre Kunden und Partnern, besonders in China, Spitzenqualität, Verlässlichkeit und Innovation zu bieten. Das RRCQ wurde auf eine Gesamtfläche von 3.000m² erweitert, einschließlich eines Testlabors für Gummimischungen mit einer zusätzlichen Fläche von 400m². RRCQ ermöglicht vollständige Betriebsabläufe, von Grundlagenforschung, einschließlich der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen bis zu technischem Kundendienst und der Vorbereitung zukünftiger Innovationen bis zur Marktreife. Das Zentrum setzt auch auf die Zusammenarbeitsvereinbarung des Unternehmens mit der Qingdao University of Science and Technology (QUST), um gemeinsam an der Forschung und Entwicklung zu arbeiten und Schulungen für die Mitarbeiter der Gummiindustrien zu bieten.
Bei anderen Entwicklungen hat das Unternehmen sein Sortiment an hochelastischen Neodymium-Polybutadin (Nd-BR)-Gummis um ein Grad besonders hoher Viskosität erweitert – Buna CB 21. Dieses Produkt mit einer Mooney-Viskosität von 73 MU ist unter sonstigen gewerblich erhältlichen Graden dieser Gummifamilie einzigartig und bietet außergewöhnlichen Aufprallwiderstand und eine besonders geringe Hitzebildung. Dadurch wird Buna CB 21 zum idealen Produkt zu Reduzierung des Rollwiderstands von Autoreifen. Lanxess ging auch eine Partnerschaft mit der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAS) ein – die vor über 285 Jahren gegründet wurde und heute eines der weltweit angesehensten wissenschaftlichen Institute ist – und gemeinsam stellte man ein Forschungsprogramm auf die Beine. Das Ziel beider Parteien ist der aktiven Informationsaustausch über wissenschaftliche Trends und innovative Entwicklungen in der Forschung sowie die Zusammenarbeit an gemeinsamen Projekten. Die Gruppe plant darüber hinaus, Produktionsanlagen für Gummichemikalien in der Region Nizhny Novgorod, wo ab 2010 polymergebundene Zusatz- und Trennstoffefür die Gummiverarbeitung produziert werden sollen. Eine weitere Entwicklung des Unternehmens ist Nanopren, ein Polymeradditiv für Kunststoff und Gummi, das jetzt für den gewerblichen Einsatz erhältlich ist. Diese Mikrogels bestehen aus organischen Nanoteilchen und eignen sich zur Verbesserung der Materialeigenschaften von Elastomer und thermoplastischen Materialien. Zum ersten Mal wird dieses Gummi-Additiv in großem Rahmen zur Serienproduktion von Toyo-Winterreifen eingesetzt.
Die Jury
• DI Manfred Haider, Technologien für Transport-Infrastruktur, Arsenal Research
• Marco Pesce, Leiter der Fahrzeugsysteme, Centro Ricerche Fiat
• Oliver Scholz, Fraunhofer Institut
• Dr. John Bullas, Forschungsberater, Atkins Highways and Transportation
• Guy Edington, Technischer Leiter bei Standard Testing Laboratories, vorm. Geschäftsführer bei Kumho America Technical Center
• Oluremi Olatunbosun, Leiter des Automobillabors der University of Birmingham, GB
• Gaetano ‘Guy’ Mannino, vorm. Präsident und CEO von Pirelli North America, jetzt Präsident und CEO von Verdek
• Walter Reithmaier, Leiter Fahrzeugdynamik, TÜV SÜD
• Roger Williams, Berater, vorm. Technischer Leiter bei Dunlop
• Joe Walter, Gastprofessor, University of Akron College of Engineering, vorm. Geschäftsführer von Bridgestone Technical Centre Europe
• Adam Gavine, Redakteur, Tire Technology International
• Dr. Ali Ansarifar, Institute of Polymer Technology and Materials Engineering, Loughborough University, GB